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Dezember 2010

Das Beutelbuch
Mainz, St, Ignaz
Mainz, St. Ignaz


Aachen, Dom
Aachen, Dom


Beutelbuch, Baujahr 2010
Beutelbuch, Baujahr 2010


Knoten
Der Knoten, der das Buch am Gürtel hält
Knapp zwei Dutzend als Original erhaltene Beutelbücher aus dem Mittelalter sind weltweit bekannt. Im 14./15. Jahrhundert waren sie dagegen weit verbreitet. Sie wurden von Männern am Gürtel getragen, Frauen führten sie vorzugsweise in der Hand mit sich. Beutelbücher stellten eine besondere Buchform des Mittelalters dar. Der Bucheinband aus Leder war über die Unterseite des Buches verlängert und mit einem Lederknoten ausgestattet, der unter dem Gürtel durchgeschoben wurde und das Beutelbuch am Gürtel hielt. Beutelbücher ohne den Knoten wurden dagegen in der Hand getragen.

Es gab im Wesentlichen zwei Verwendungen für das Beutelbuch:

Entweder bestand der Inhalt aus Gebeten oder anderer religiösen Inhalten und wurde mitgeführt von Geistlichen oder Gebildeten, zum anderen wurden diese Bücher auch von Kaufleuten genutzt, die ihre Notizen hinein schrieben wie zum Beispiel Einnahmen und Ausgaben.

Neben dem Nutzen, den so ein kleines Buch hatte und das Reisende leicht mitführen konnten, war es zuweilen auch ein Statussymbol und drückte aus, dass der Besitzer Lesen und Schreiben konnte.

Darüber hinaus soll dieses Buch, dessen Buchblock mit Holzdeckeln ausgestattet war und Metallbeschläge und – schließen besaß eine Waffe bei der Abwehr von Räubern gewesen sein.

Die Geschichte des Beutelbuchs und die Verwendung hat der Buchbinder Klaus Müller ausführlich beschrieben:

http://www.mueller-buch.de/index.php?id=43

Neben diesem Artikel im Internet hat Klaus Müller ein Buch über das Beutelbuch geschrieben, dass er in Form eines Beutelbuches gestaltet hat ( Klaus Müller: Das Beutelbuch, Eigenverlag, zu beziehen über www.mueller-buch.de). In diesem Buch steht auch ein Beitrag zur Herstellung eines Beutelbuchs.

Ich habe inzwischen mir ein eigenes Beutelbuch als Notizbuch erstellt. Es besteht aus 25 Lagen mit je 4 Bögen Papier (400 Seiten) und hat ein Format von 9×13 cm bei einer Buchblockstärke von ca. 3 cm. Die Bögen wurden auf das Format gerissen und ähneln im Aussehen handgeschöpften Bütten.

Der Buchblock wurde klassisch geheftet, abgeleimt und gerundet, danach habe ich die Kapitalien gestochen und den Buchblock zwischen Holzdeckeln befestigt. Anschließend wurden die Lederarbeiten durchgeführt und die Schließe angebracht, damit das Buch beim Tragen nicht offen steht.

Die Arbeiten sind hier nur grob beschrieben. In Wirklichkeit wird so ein Buch in nahezu unzähligen Schritten hergestellt und so habe ich insgesamt annähernd 20 Stunden gebraucht, um mein erstes Beutelbuch unter fachkundiger Leitung herzustellen.

Dies geschah in Mainz im BuchbindeAtelier.Kochinke ( http://www.buchbindeatelier.de/ ) unter der Anleitung von Ludger Maria Kochinke. In diesem Workshop, der über drei Tage ging, haben die Teilnehmer nicht nur die Arbeitsschritte und Tipps zur Herstellung dieses Buches erfahren, sondern Vieles auch über die Geschichte des Beutelbuchs.

Für mich war es die bisherige Krönung meiner inzwischen bereits mehrjährigen Beschäftigung mit dem Buchbinden.

„Aus ihrem vielfachen Vorkommen in der bildenden Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts schließt man, dass Beutelbücher in dieser Zeit häufig in Gebrauch waren“, schreibt Heinz Petersen in „Bucheinbände“ ( Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz, 1988, Seite 194-199). L.M.Kochinke zeigt eine größere Anzahl solcher Darstellungen auf seiner Homepage (s.o.). Er hat mir erlaubt, einige davon in diesem Beitrag abzubilden. Klaus Müller schreibt in seinem bereits zitierten Buch „Das Beutelbuch“, dass annähernd 500 Abbildungen von Beutelbüchern bekannt sind. Demnach war wohl die Zahl der damals existierenden Exemplare erheblich.

Später wurde dann ein Teil davon in Bibliotheksregale gesteckt und zum Zwecke besserer Aufbewahrung schnitt man den über den Buchblock herausgehenden Beutel einfach ab.

Heute werden Beutelbücher in der Buchbinderei von Klaus Müller und in anderen Werkstätten in alter Buchbinder-Tradition wieder hergestellt, entweder bindet man dann ein vorhandenes Buch zum Beutelbuch um oder es werden neue Bücher z.B. als Gästebücher erstellt.

Mein Beutelbuch hat jetzt einen Platz in der Werkstatt und ich werde es mit Notizen über das Buchbinden beschreiben. Am Gürtel tragend durch die Stadt laufen oder damit ebenso auf Reisen zu gehen, werde ich jedoch voraussichtlich nicht.

P.S. Herrn Ludger Maria Kochinke danke ich für die vielfältigen Anleitungen und Tipps zur Erstellung eines Beutelbuches sowie die Überlassung der Abbildungen Beutelbüchern aus der „bildenen Kunst“.

Oktober 2010

Neulich war ich mal wieder auf einem Workshop und habe gelernt, ein Sprungrückenbuch herzustellen.
Das kuriose an dem Buch ist der Name, das Buch ist etwas höchst seriöses. Es wurde früher als Geschäftsbuch genutzt, als dickes Buch in Kanzleien, Behörden oder auch in Firmen, in denen viele Daten schriftlich festgehalten wurden, um viele Vorgänge – zum Beispiel Soll und Haben – zu dokumentieren. Das Besondere an dieser Buchform ist der Buchrücken. Dieser soll so „aufspringen“, dass das aufgeschlagene Buch ganz flach auf dem Tisch liegt und die handschriftlichen Eintragungen ohne Mühe darin gemacht werden können. Dazu wird ein „Sprungrücken“ als Teil des Einbandes auf sehr aufwändige Weise in einer großen Anzahl (20-30) Lagen aus dünner Pappe zusammen geleimt. Dazu kommt noch eine sogenannte „Feder“ - ebenfalls eine Pappe – in einem besonders gearbeiteten Falz, die bewirkt, dass die Seiten sich ohne Wölbung beim Öffnen des Buches in Planlage umlegen lassen.
Heute findet sich wohl kaum noch eine Verwendung für ein Sprungrückenbuch – es wäre auch ausgesprochen teuer. Einschließlich der Herstellung eines handgehefteten Buchblocks habe ich mich s einen Tag damit beschäftigt, ein Exemplar herzustellen.
Es sieht zwar sehr schön aus und der Sprungrücken funktioniert auch, aber noch einmal werde ich wohl so ein Sprungrückenbuch nicht noch einmal herstellen.

Im November werde ich endlich den schon lange ersehnten Kurs zur Herstellung eines Beutelbuches machen.

Sie ist wirklich herrlich, die zeit nach dem „normalen“ Arbeitsleben. Im Sommer bin ich viel draußen gewesen, nun habe ich mich wieder öfter in meine Werkstadt zurückgezogen. Einige von Euch warten ja nun schon längere Zeit darauf, dass ihre Bücher repariert werden. Das passiert jetzt und in den nächsten Wochen. Versprochen!

Oktober 2008

Rezeptsammlungen geschrieben von Freunden, Kollegen als Geschenk zur Hochzeit, zum Abschied oder zu anderen Anlässen sind in diesem Jahr recht beliebt.
Die Idee ist schnell geboren und besprochen.
Es wird jemand ausgeguckt, der organisieren und koordinieren muss, damit das Werk entsteht.
Das ist derjenige, der zu bedauern ist, denn nachdem zunächst alle mit grossen Enthusiasmus dabei waren, tröpfeln die Rezepte dann nur langsam und nach deftigen Erinnerungsaufrufen ein. Schließlich liegt ein kunterbuntes Sammelsurium nicht zusammen passender Blätter vor und es stellt sich die Frage, wie das dann zusammengefügt werden soll.

Wenn es ein schönes Geschenk werden soll, ist es ratsam, zu Beginn einige Punkte zu klären.

Zu diesem Zweck habe ich ein
Rezept zur Erstellung einer Rezeptsammlung
erstellt.

Man nehme die Idee, spreche Format und Layout ab und überlege sich, wie die Sammlung dann als Buch aussehen soll.

Mein Angebot: Ich helfe Euch dabei und mache aus Eurer Sammlung ein hübsches Buch.

Format
DIN A4 ist zwar das einfachste, aber auch ein wenig attraktives Format. Mein Favorit ist quadratisch, 21x21 cm (21 cm ist die schmale Seite von DIN A4). Das sieht pfiffiger aus und ist handlicher.

Seitenlayout Ein Rezept besteht zumeist aus drei Teilen: Titel, Zutatenliste, Zubereitung, bei derartigen Sammlungen auch noch aus einem 4., einem persönlichen Vorwort oder Bild. Für ein solches Rezept benötigt man zwei Seiten, geschickterweise eine linke und eine rechte, damit das gesamte Rezept bei aufgeschlagenem Buch überblickt werden kann. Um das buchmäßig zu gestalten, sollten Seitenränder beachtet werden.

Seitenränder

Für linke Seiten: Für rechte Seiten:
Linker Rand: 2,0 cm  Linker Rand: 3,5 cm
Rechter Rand: 3,5 cm Rechter Rand:2,0 cm
    
 Oberer Rand: 2,0 cm 
 Unterer Rand 11,0 cm 

Termine
Einladungen, einen Beitrag zu leisten, je nach Trägheit der Beteiligten 4-6 Wochen vor dem Verschenk-Termin.
Abgabetermin 2 Wochen vor dem Event, damit mir noch Zeit bleibt, den Buchblock auf das Format zu schneiden und den Einband zu erstellen.

Ordnen der Rezepte
Wie Ihr wollt, klassisch (Vorspeise, Zwischengang, Hauptgericht, Dessert, Kuchen) oder gruppenbezogen, ganz anders oder so wie’s reinkommt.

Auflockern Liegt alles geordnet vor, kann das Werk aufgelockert werden, indem man zwischendurch mal ein Zitat, eine Grafik oder eine Anekdote, alles zum Anlass passend, einfügt. Damit werden auch leere Seiten gefüllt.

Papier
Damit es nicht so lappig wird, empfehle ich die Seiten auf stärkerem Papier (120g/m²) auszudrucken. Die Farbe des Papiers könnt Ihr entscheiden. Ein reinweißes ist natürlich im Kücheneinsatz etwas anfällig.

Seitenzahl
Die ideale Seitenzahl ist so ca. 60, das heißt 30 Blätter. Solltet Ihr nicht so viele Rezepte zusammen bekommen, könnt Ihr Blätter hinzufügen, auf die der/die Beschenkte eigene Rezepte eintragen kann. Ein Muster dafür könnt Ihr von mir bekommen.

Einband Mein Vorschlag ist, ein Buch mit Buchschrauben zu erstellen. Das hat den Vorteil, dass das gesamte Buch mit den Seiten einfach zu machen ist, super aussieht und allen Belastungen Stand hält. Außerdem können später Rezepte von Nachzüglern noch ergänzt werden.
Ihr könnt parallel zu allen anderen Aktionen überlegen, ob Ihr einen Einband mit einfarbigem Papier haben wollt, der mit einem Titel bedruckt werden wird, oder zum Beispiel eine Collage erstellt, die ich dann verarbeite.

Beispiele Könnt Ihr Euch in meiner Bildergalerie unter dem Kapitel „Rezeptsammlung“ ansehen.

Fragen
beantworte ich gern. Und wenn Ihr so eine Rezeptsammlung zusammentragen und verschenken wollt, sagt mir Bescheid.

Dank an meine Kolleginnen Gise und Tanja, die an Layout und Formatierung für die erste quadratisch, praktisch.... Rezeptsammlung mitgearbeitet haben, und besonderer Dank an Nora, die durch ihren unerschütterlichen Drang zur Hochzeit uns die Gelegenheit gab, die Idee zu realisieren.


Und im Übrigen wünsche ich Euch nun für die nächsten Wochen viele gute Ideen für Geschenke für das bevorstehende Fest.


Viele Grüße,
Heinz Bielstein



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